Das Wichtigste in Kürze
Was ist eine Brandabschottung? Ein geprüftes System, das Öffnungen für Kabel, Rohre oder Lüftungsleitungen in Brandwänden und -decken so verschließt, dass der Feuerwiderstand des Bauteils erhalten bleibt.
Welche Haupttypen gibt es? Kabelabschottungen und Rohrabschottungen, umgesetzt als Weichschott, Hartschott (Mörtelschott) oder Kombischott – ergänzt durch Manschetten, Steine, Kissen und Schäume.
Wann ist sie vorgeschrieben? Sobald Leitungen durch raumabschließende Bauteile mit Feuerwiderstand führen. Grundlage sind die Musterbauordnung, die MLAR und die Landesbauordnungen.
Wer darf sie ausführen? Nur fachkundige Betriebe, die den Einbau streng nach Zulassung (abZ/abP oder ETA) umsetzen und die Ausführung erklären und dokumentieren.
Was kostet eine Abschottung? Je nach System und Durchführung grob 150 bis 600 Euro pro Schott; einfache Einzeldurchführungen liegen darunter, große Kombischotts deutlich darüber.
Jede Kabeltrasse und jede Rohrleitung, die eine Brandwand oder eine feuerwiderstandsfähige Decke durchdringt, hinterlässt eine Lücke. Ohne fachgerechten Verschluss wird genau diese Lücke im Brandfall zur Autobahn für Rauch und Hitze – Feuer springt in Minuten in den nächsten Brandabschnitt über, obwohl die Wand selbst intakt bleibt. Eine Brandabschottung stellt den Feuerwiderstand des Bauteils an dieser Stelle wieder her. Im Altbau und bei Sanierungen ist das heikel, weil Belegung, Wanddicke und Materialien oft nicht dem ursprünglichen Prüfaufbau entsprechen. Bauservice Pfeil prüft deshalb jede Durchführung bauteilbezogen vor Ort, bevor ein System empfohlen wird – nur so passt die spätere Abschottung zu Zulassung, Wand und Belegung.
Was eine Brandabschottung ist und wie das Abschottungsprinzip funktioniert
Gebäude werden ab einer bestimmten Größe in Brandabschnitte geteilt. Brandwände und feuerwiderstandsfähige Decken trennen diese Abschnitte, damit ein Feuer räumlich begrenzt bleibt und Rettungswege nutzbar bleiben. Das funktioniert nur, solange die trennenden Bauteile dicht sind. Jede Durchführung für Elektro, Heizung, Sanitär oder Lüftung durchbricht diese Trennung.
Eine Brandabschottung schließt den entstandenen Durchbruch mit einem geprüften Materialverbund. Im Brandfall wirken dabei zwei Mechanismen: nichtbrennbare Dämmstoffe halten die Temperatur auf der feuerabgewandten Seite niedrig, während intumeszierende (aufschäumende) Stoffe sich bei Hitze stark ausdehnen und auch dort abdichten, wo brennbares Material wegschmilzt – etwa bei Kunststoffrohren. So bleibt der Raumabschluss erhalten und die Wärme wird gedämmt, was sich in der Klassifizierung EI widerspiegelt.
Warum Brandabschottung notwendig ist
Rauch ist im Brandfall die häufigste Todesursache. Er breitet sich schneller aus als Flammen und wandert durch jede offene Fuge. Eine ungeschottete Kabeldurchführung von wenigen Zentimetern reicht aus, um einen benachbarten Rettungsweg innerhalb weniger Minuten zu verrauchen. Die Brandabschottung schützt damit zuerst Menschen, erst danach Sachwerte und Gebäudesubstanz.
Hinzu kommt die rechtliche und versicherungstechnische Seite: Fehlende oder mangelhafte Schottungen sind bei Brandschäden ein klassischer Grund für Regress und Leistungskürzungen. Wer saniert oder nachrüstet, sorgt mit korrekter Ausführung und Brandschutzdokumentation gleichzeitig für die eigene Absicherung.
Welche Arten von Brandabschottungen es gibt
Die Haupttypen unterscheiden sich nach dem, was durch das Bauteil geführt wird. Für die meisten Projekte im Bestand genügt eine saubere Trennung in Kabel-, Rohr- und Kombidurchführungen.
Kabelabschottung
Die Kabelabschottung verhindert den Feuer- und Rauchdurchtritt entlang elektrischer Leitungen und Kabeltrassen. Gängig sind beschichtete Weichschotts, in denen Kabel liegen, sowie Brandschutzkissen und aufschäumende Stopfen für kleinere Öffnungen. Bei engen Platzverhältnissen oder stark belegten Trassen bietet sich ein Brandschutzkanal an, der die Kabel über eine Strecke geschützt führt.
Rohrabschottung
Die Rohrabschottung richtet sich nach dem Rohrwerkstoff. Brennbare Kunststoffrohre erhalten eine intumeszierende Rohrmanschette oder -bandage: Sie schäumt bei Hitze auf und quetscht das schmelzende Rohr zu. Nichtbrennbare Metallrohre leiten dagegen Wärme weiter und werden mit nichtbrennbarer Dämmung über eine definierte Strecke isoliert, damit sich der Querschnitt auf der feuerabgewandten Seite nicht unzulässig erhitzt.
Kombischott und Lüftungsleitungen
Laufen Kabel und Rohre gemeinsam durch eine große Öffnung, kommt ein Kombischott zum Einsatz, das verschiedene Durchführungen in einem geprüften Aufbau zusammenfasst. Für Lüftungs- und Entrauchungskanäle gelten eigene Regeln mit Brandschutzklappen und speziellen Abschottungen; Grundlagen dazu finden sich im Bereich Lüftung und Entrauchung.
Abschottungssysteme und Materialien im Überblick
Die Systemwahl hängt von Bauteil, Öffnungsgröße, Belegung und der gewünschten Nachbelegbarkeit ab. In der Praxis dominieren drei Bauarten, ergänzt um Manschetten und Füllstoffe.
| System | Aufbau / Material | Typischer Einsatz | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Weichschott | Mineralfaserplatten, beidseitig beschichtet | Kabel, gemischte Belegung | Leicht nachbelegbar, flexibel |
| Hartschott / Mörtelschott | Brandschutzmörtel, ggf. mit Dämmkern | Hohe mechanische Last, große Öffnungen | Robust, Nachbelegung aufwendiger |
| Kombischott | Modularer Verbund mehrerer Systeme | Kabel und Rohre gemeinsam | Ein geprüfter Aufbau für Mischdurchführungen |
| Manschette / Bandage | Intumeszierender Einleger im Stahlgehäuse | Brennbare Rohre und Kabel | Schäumt auf und quetscht das Rohr oder die Kabel zu |
| Kissen / Stopfen / Schaum / Steine | aufschäumende Bestandteile | Kleine, veränderliche Öffnungen | Schnell rück- und einbaubar |
Für geschlossene Aufbauten mit hoher Belastbarkeit ist das Mörtelschott die klassische Wahl, während das Weichschott dort punktet, wo Leitungen später ergänzt werden. Steinbasierte Lösungen wie Brandschutzsteine verbinden gute Nachbelegbarkeit mit trockenem Einbau.
Feuerwiderstand: Was EI 30 bis EI 120 bedeutet
Die europäische Klassifizierung nach DIN EN 13501 beschreibt den Feuerwiderstand über zwei Kriterien: E steht für den Raumabschluss (keine Flammen und heißen Gase auf der abgewandten Seite), I für die Wärmedämmung (Begrenzung der Temperaturerhöhung). Eine Abschottung mit EI 90 hält diese Anforderungen 90 Minuten ein. Gebräuchlich sind EI 30, EI 60, EI 90 und EI 120.
Die ältere nationale Systematik nach DIN 4102 arbeitet mit F-Klassen für Bauteile (etwa F90) und S-Klassen für Kabelabschottungen (S90). Ein Brandschott F90 beziehungsweise eine EI-90-Abschottung widersteht dem Feuer also 90 Minuten – das ist im Wohn- und Gewerbebau der häufigste Wert. Welche Klasse Ihr Bauteil braucht, ergibt sich aus Gebäudeklasse und Bauordnung; eine Übersicht bieten die Feuerwiderstandsklassen.
Vorschriften und Normen für Brandabschottungen
Den Rahmen setzt die Musterbauordnung (MBO): Leitungen dürfen durch raumabschließende Bauteile nur geführt werden, wenn der Feuerwiderstand gewahrt bleibt. Konkretisiert wird das in der MLAR (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie), die unter anderem Erleichterungen für kleine Öffnungen und die Anforderungen an Schottungen beschreibt. Für Lüftungsanlagen gilt ergänzend die M-LüAR.
Verbindlich wird all das über die jeweilige Landesbauordnung – in der Region über die Bauordnungen von Berlin und Brandenburg. Auf Produktebene zählen die Prüf- und Klassifizierungsnormen: DIN 4102-9 und DIN EN 1366-3 für die Prüfung, DIN EN 13501-2 für die Klassifizierung. Jedes verbaute System braucht einen gültigen Verwendbarkeitsnachweis, also eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) oder eine Europäisch Technische Bewertung (ETA).
Wer eine Brandabschottung ausführen darf
Abschottungen sind keine Arbeit für den Nebenbei-Einbau. Der entscheidende Punkt: Eine Zulassung gilt nur, wenn das System exakt wie geprüft eingebaut wird – gleiches Material, gleiche Wanddicke, gleiche Beleglast, gleiche Abstände. Jede Abweichung kann den Verwendbarkeitsnachweis aushebeln.
Deshalb dürfen Brandabschottungen nur von fachkundigen Personen und Betrieben ausgeführt werden, die die Systeme beherrschen und die korrekte Ausführung erklären. Der Betrieb bestätigt die normgerechte Montage und übergibt die Nachweise. Als Brandschutzfirma in Berlin übernimmt Bauservice Pfeil diese Leistung herstellerübergreifend und dokumentiert jedes Schott prüffähig.
Kennzeichnung, Dokumentation und wiederkehrende Prüfung
Ohne Kennzeichnung und Dokumentation ist eine Abschottung im Schadenfall praktisch wertlos, weil sich weder System noch Zulassung nachweisen lassen.
Das Schottschild
An jeder fertigen Abschottung gehört ein dauerhaftes Schild. Darauf stehen typischerweise: Hersteller und Systembezeichnung, Zulassungs- oder Prüfnummer, Feuerwiderstandsklasse, ausführender Betrieb, Einbaudatum und eine fortlaufende Schottnummer. Über diese Nummer ist das Schott im Bestandsplan und in der Dokumentation eindeutig auffindbar.
Dokumentation und Prüfung
Die Dokumentation hält Einbauort, System, verwendete Nachweise, Fotos und die Übereinstimmungserklärung fest und sollte über die Lebensdauer des Gebäudes aufbewahrt werden. Abschottungen sind im Betrieb regelmäßig auf Unversehrtheit und unzulässige Nachbelegung zu kontrollieren. Spätestens nach Umbauten oder neuen Durchführungen gehört der betroffene Bereich erneut geprüft. Details dazu bündelt der Beitrag zur Brandschutzdokumentation.
Brandabschottung im Bestand und bei der Sanierung
Im Altbau treffen Zulassungen auf eine Realität, für die sie nie geprüft wurden: unbekannte Wandaufbauten, bereits überfüllte Trassen, zu geringe Abstände, improvisierte alte Verschlüsse. Eine saubere Nachrüstung folgt deshalb einer festen Reihenfolge.
- Bestandsaufnahme: alle Durchbrüche erfassen, Bauteil, Wanddicke und vorhandene Belegung bauteilbezogen prüfen.
- Bewertung: Feuerwiderstand des Bauteils und Soll-Klasse der Abschottung festlegen, Mängel an alten Schotts dokumentieren.
- Systemauswahl: passende Zulassung zu Wand, Belegung und gewünschter Nachbelegbarkeit wählen.
- Ausführung: Öffnung reinigen, System streng nach Zulassung einbauen, Abstände einhalten.
- Kennzeichnung und Übergabe: Schottschild anbringen, dokumentieren, Nachweise übergeben.
Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Nachbelegbarkeit. Viele Weichschotts erlauben das spätere Einziehen zusätzlicher Kabel bis zu einer in der Zulassung definierten Grenze, oft gegen Nachstreichen der Beschichtung. Wird diese Grenze überschritten oder einfach durch das Schott gebohrt, verliert es seine Wirksamkeit – ein typischer, teurer Mangel bei späteren Prüfungen. Planen Sie Reserve deshalb von Anfang an mit ein.
Was eine Brandabschottung kostet
Pauschale Preise sind unseriös, weil jede Durchführung anders ist. Als grobe Orientierung: Einfache Einzeldurchführungen mit Manschette oder Stopfen bewegen sich häufig im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich pro Stück. Ein geprüftes Weich- oder Mörtelschott liegt je nach Größe und Belegung meist zwischen rund 150 und 600 Euro, große Kombischotts in Schächten darüber.
Die Gesamtkosten hängen an Faktoren wie Anzahl und Größe der Öffnungen, Zugänglichkeit, nötiger Vorarbeit an Altschotts und der Dokumentationstiefe. Belastbar wird eine Zahl erst nach der Begehung vor Ort. Genau deshalb steht bei Bauservice Pfeil die bauteilbezogene Prüfung vor jedem Angebot.
Welches System für welche Situation passt
Die Entscheidung lässt sich auf wenige Fragen herunterbrechen. Werden Leitungen künftig häufig ergänzt, ist ein Weichschott wegen seiner Nachbelegbarkeit sinnvoll. Steht mechanische Belastbarkeit oder eine große, dauerhaft geschlossene Öffnung im Vordergrund, spielt das Mörtelschott seine Stärken aus. Laufen Kabel und Rohre gemischt durch eine Öffnung, vermeidet ein Kombischott das riskante Nebeneinander verschiedener Einzellösungen. Für brennbare Rohre führt an einer geprüften Manschette kein Weg vorbei.
Verbindlich ist am Ende immer der Verwendbarkeitsnachweis: Nicht das theoretisch beste System entscheidet, sondern das, dessen Zulassung zu Ihrer konkreten Wand, Decke und Belegung passt. Bei Durchführungen in Schächten lohnt der Blick auf speziell geprüfte Lösungen wie im Bereich Installationsschacht.
Brandabschottung vom Fachbetrieb Bauservice Pfeil
Bauservice Pfeil führt Brandabschottungen im Rahmen des baulichen Brandschutzes in Berlin, Brandenburg und der Region Rostock aus – von der einzelnen Kabeldurchführung über Rohrabschottungen und Kombischotts bis zur kompletten Schachtlösung. Jedes Projekt beginnt mit der Begehung und der bauteilbezogenen Prüfung der Durchführungen, damit System und Zulassung zur vorhandenen Substanz passen. Die Ausführung erfolgt herstellerübergreifend streng nach Verwendbarkeitsnachweis, inklusive Schottschild und prüffähiger Dokumentation. So erhalten Eigentümer, Bauherren und Planer eine nachweisbar normgerechte Abschottung statt einer Lösung, die erst bei der nächsten Prüfung durchfällt.
Wann ist eine Brandabschottung vorgeschrieben?
Immer dann, wenn Kabel, Rohre oder Kanäle durch raumabschließende Bauteile mit Feuerwiderstand führen – also durch Brandwände, Trennwände zwischen Nutzungseinheiten oder feuerwiderstandsfähige Decken. Grundlage sind MBO, MLAR und die jeweilige Landesbauordnung. Für kleine Einzelöffnungen gelten teils Erleichterungen nach MLAR.
Was ist der Unterschied zwischen Weichschott und Hartschott?
Ein Weichschott besteht aus beschichteten Mineralfaserplatten und lässt sich leicht nachbelegen. Ein Hartschott (Mörtelschott) wird mit Brandschutzmörtel geschlossen, ist mechanisch belastbarer und für große oder dauerhaft geschlossene Öffnungen geeignet, aber aufwendiger zu verändern.
Kann man eine Brandabschottung nachträglich erweitern?
Ja, sofern die Zulassung des Systems die Nachbelegung vorsieht und die dort genannten Grenzen eingehalten werden. Zusätzliche Kabel werden eingezogen und die Beschichtung wird fachgerecht geschlossen. Wird durch das Schott gebohrt oder die Belegungsgrenze überschritten, verliert es seine Zulassung.
Was kostet eine Brandabschottung?
Je nach System und Durchführung liegt ein geprüftes Schott häufig zwischen rund 150 und 600 Euro, einfache Einzeldurchführungen darunter, große Kombi- und Schachtschotts darüber. Ein belastbarer Preis ergibt sich erst nach der Begehung vor Ort.
Was bedeutet EI 90 beziehungsweise F90?
Beide Angaben beschreiben einen Feuerwiderstand von 90 Minuten. EI 90 ist die europäische Klassifizierung mit Raumabschluss (E) und Wärmedämmung (I), F90 die ältere nationale Bezeichnung nach DIN 4102. Für Wohn- und Gewerbebauten ist dieser Wert der häufigste.
Wer darf eine Brandabschottung ausführen?
Fachkundige Betriebe, die das jeweilige System beherrschen und streng nach Verwendbarkeitsnachweis einbauen. Der ausführende Betrieb bestätigt die normgerechte Montage und übergibt Kennzeichnung und Dokumentation. Laienmontage hebt in der Regel die Zulassung aus.
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