Einblasdämmung entfernen – wann es nötig ist, wie es funktioniert und was es kostet
Wenn Dämmstoffe nass werden oder falsch eingebaut wurden, kann es notwendig sein, die Einblasdämmung wieder zu entfernen. Auch Umbauten, Schimmelbefall oder Schädlingsprobleme sind typische Gründe, warum Hauseigentümer eine bestehende Dämmung zurückbauen lassen müssen. Gerade bei älteren Materialien wie Perlite, Zellulose aus frühen Einblasjahren oder alter Glaswolle stellt sich schnell die Frage nach der fachgerechten Entfernung – und nach den tatsächlichen Kosten.
Auf einen Blick – die wichtigsten Fragen zur Entfernung von Einblasdämmung
Warum muss man Einblasdämmung entfernen?
Wenn alte Dämmung gesetzt ist, Feuchtigkeit gezogen hat, Schimmel zeigt, Schädlinge enthält oder falsch eingebaut wurde – oder wenn ein umfangreicher Umbau ansteht.
Wie wird Einblasdämmung entfernt?
Professionell per Absaugtechnik über leistungsstarke Industriesauger, nach gründlicher Inspektion und staubgeschützten Vorarbeiten.
Was kostet das Entfernen von Dämmung?
Je nach Dämmstoff, Menge und Zugänglichkeit meist zwischen 300 und 500 €/m³. Bei alter Glaswolle (KMF) können Spezialentsorgungskosten hinzukommen.
Darf man Glaswolle selbst entfernen?
Alte Mineralwolle ist gefährlicher Abfall. Sie darf nur von zertifizierten Fachbetrieben gemäß TRGS 521 entfernt und entsorgt werden.
Wann es notwendig ist, Einblasdämmung zu entfernen
Einblasdämmstoffe sind langlebig, aber nicht unfehlbar. Die Gründe für eine Entfernung sind vielfältig und reichen von bautechnischen Themen über Feuchteprobleme.
Ein typischer Anlass ist eine unzureichende Dämmwirkung. Wenn das Material in der Fassade oder im Dach abgesackt ist, entstehen Hohlräume und damit Kältebrücken – die Heizkosten steigen, der Komfort sinkt.
Ein weiterer häufiger Grund ist Feuchtigkeit. Gelangt Wasser in die Hohlräume – etwa durch Schlagregen, undichte Dächer, undichte Anschlüsse oder Fehler in der Dampfbremse – verlieren Dämmstoffe ihre Wirkung und können sogar Schimmel auslösen. Im Dach ist das besonders kritisch: Liegt die Dämmung direkt unter den Ziegeln oder fehlt die Luftdichtheit, wird das Material oft wieder entfernt und erneuert.
Auch Schädlingsbefall – zum Beispiel durch Mäuse oder Insekten – kann dazu führen, dass die alte Dämmung entfernt und ersetzt werden muss. Und schließlich gibt es Situationen, in denen bauliche Veränderungen notwendig sind, etwa ein neuer Dachstuhl oder größere Sanierungsarbeiten, bei denen das bestehende Material ohnehin zurückgebaut werden muss.
Wie das Entfernen der Einblasdämmung technisch funktioniert
Die Entfernung läuft ausschließlich maschinell über Absaugtechnik. Eine eigenständige Entfernung ist nicht empfehlenswert, da dabei große Mengen feinen Dämmmaterials freigesetzt werden.
Der Ablauf beginnt mit einer Inspektion. Fachbetriebe prüfen die Hohlräume, den Feuchtezustand und die zugänglichen Bereiche. Anschließend werden Arbeitsflächen geschützt, Öffnungen vorbereitet und die Absaugtechnik installiert.
Die eigentliche Entfernung erfolgt über leistungsstarke Industriesauger, die das lose Dämmmaterial aus Wand, Dach oder Geschossdecke herausziehen.
Zum Abschluss werden Staubreste aus den Hohlräumen entfernt und die Flächen gereinigt, damit ein neuer Dämmaufbau fachgerecht erfolgen kann.
Besonderheit: alte Mineralwolle entfernen (Glaswolle & Steinwolle vor 1995/2000)
Besonders heikel wird es, wenn alte Mineralwolle im Spiel ist. Dämmstoffe, die vor 1995 eingebaut wurden, enthalten oft biopersistente Fasern – lungengängige Fasern, die als potenziell krebserregend eingestuft wurden. Das gilt sowohl für alte Glaswolle als auch für alte Steinwolle.
Sie können:
- tief in die Lunge eindringen
- reizend bis gefährlich für Haut und Augen sein
- Atemwegserkrankungen auslösen
Wenn das Alter des Materials unklar ist, wird aus Sicherheitsgründen immer davon ausgegangen, dass es sich um gesundheitsschädliche KMF handelt. Für diese Stoffe ist ein normaler Ausbau verboten.
Entfernung und Entsorgung unterliegen der TRGS 521. Das bedeutet:
- vollständige persönliche Schutzausrüstung (Einweganzug, Atemschutz, Schutzbrille, Handschuhe)
- abgeschottete Arbeitsbereiche
- Einsatz von Staubminimierungsverfahren (z. B. Nassverfahren)
- luftdichte, zugelassene KMF-Säcke
- Entsorgung als gefährlicher Abfall
Da Verstöße gegen § 326 StGB (umweltgefährdende Abfallentsorgung) strafbar sind, gehört dieser Prozess zwingend in die Hände zertifizierter Fachfirmen.
Kosten – womit muss man bei der Entfernung alter Dämmung rechnen?
Die Preise hängen stark von Dämmstoff, Zugänglichkeit und Aufwand ab. Die Spanne reicht meist von überschaubar bis anspruchsvoll, insbesondere wenn gefährliche Altmaterialien betroffen sind.
Typische Richtwerte:
- Zwischen 300 €/m³ und 600 €/m³ für das Entfernen klassischer Einblasdämmung
- 2.500–3.500 € für das Absaugen aus Fassade oder Dach eines Einfamilienhauses
- 2.000–3.000 € für die Entfernung alter Mineralwolle als Sondermüll
Da alte Dämmung häufig schwerer, verschmutzter oder stärker verklumpt ist, steigen die Entsorgungskosten. Auch das Gewicht spielt bei der Abrechnung der Deponien eine Rolle.
Der Preis enthält meist:
- Inspektion & Analyse
- Vorbereitung des Arbeitsbereichs
- Absaugung mit Spezialgeräten
- Reinigung der Hohlräume
- Entsorgung (inkl. KMF-Zuschlag, falls nötig)
Fazit: Einblasdämmung entfernen – sinnvoll, wenn Material, Feuchte oder Bausituation es verlangen
Die Entfernung einer Einblasdämmung ist immer dann sinnvoll, wenn Dämmwirkung fehlt, Feuchtigkeit eingedrungen ist, Schädlinge aktiv waren oder ein größerer Umbau bevorsteht. Besonders alte Mineralwolle erfordert Erfahrung, Schutzmaßnahmen und eine zertifizierte Entsorgung, weshalb Eigenversuche unbedingt zu vermeiden sind.
Mit moderner Absaugtechnik lassen sich alte oder ungeeignete Dämmstoffe zuverlässig entfernen, sodass im Anschluss eine neue, leistungsfähige Dämmung eingebracht werden kann – sauber, sicher und gesetzeskonform.
FAQ – Häufige Fragen zum Entfernen von Einblasdämmung
Kann man Einblasdämmung selbst entfernen?
Davon ist dringend abzuraten. Das Material verteilt sich in feinsten Partikeln und erfordert professionelle Absauggeräte. Bei alter Mineralwolle besteht zudem Gesundheitsgefahr und eine gesetzliche Entsorgungspflicht.
Wie wird Einblasdämmung entfernt?
Über leistungsstarke Absaugmaschinen, die das Dämmmaterial aus Wand, Dach oder Decke herausholen. Anschließend erfolgt die Reinigung der Hohlräume.
Was kostet es, alte Dämmung zu entfernen?
Je nach Aufwand meist 2.500–3.500 €. Alte Glaswolle oder alte Mineralwolle erhöhen die Kosten, weil Sondermüllentsorgung notwendig ist.
Wann muss man alte Dämmung entfernen?
Wenn sie feucht ist, Schimmel zeigt, abgesackt ist, Schädlingsbefall vorliegt oder Umbauten anstehen. Auch falsch eingebrachte Dämmung muss häufig entfernt und erneuert werden.
Glaswolle entfernen – geht das problemlos?
Nur bei neuer Mineralwolle. Alte Glaswolle (vor 1995/2000) darf ausschließlich von zertifizierten Fachfirmen entfernt werden, da es sich möglicherweise um gesundheitsschädliche KMF handelt.
Wie entsorgt man alte Fassadendämmung?
Die Dämmung wird in staubdichten Säcken gesammelt und als Sondermüll an zugelassene Deponien übergeben. Die Entsorgung ist in Deutschland streng geregelt.