Einblasdämmung Material
Einblasdämmung Material: Welche Materialien gibt es und welches passt zum Bauteil? Wer sich mit dem Thema...
WeiterViele Gebäude aus der Zeit zwischen 1900 und den 1980er-Jahren besitzen ein zweischaliges Mauerwerk: eine tragende Innenschale, eine sichtbare Vormauerschale und dazwischen einen Hohlraum von wenigen Zentimetern. Dieser Zwischenraum blieb baujahresbedingt meist ungedämmt und wirkt heute als Schwachstelle in der Gebäudehülle. Die Kerndämmung füllt genau diesen Hohlraum – nachträglich, ohne die Fassade zu verändern und ohne Gerüst. Ob das bei Ihrem Haus funktioniert, entscheidet sich nicht am Reißbrett, sondern über eine bauteilbezogene Prüfung vor Ort. Bauservice Pfeil untersucht die Hohlschicht per Endoskopie, bevor ein Angebot entsteht – denn ein Hohlraum, der verschmutzt, unterbrochen oder feucht ist, verlangt eine andere Antwort als der Standardfall.
Was ist eine Kerndämmung? Das Verfüllen des Hohlraums zwischen Innen- und Außenschale eines zweischaligen Mauerwerks mit losem Dämmstoff, der über kleine Bohrlöcher eingeblasen wird.
Was kostet eine Kerndämmung pro m²? Je nach Material und Hohlraumtiefe rechnen Sie mit rund 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche – deutlich weniger als ein Wärmedämm-Verbundsystem.
Gibt es 2026 Förderung? Ja. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) sind 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten möglich, mit iSFP-Bonus bis zu 20 Prozent.
Ist sie im Altbau sinnvoll? Bei intaktem, ausreichend tiefem Hohlraum in aller Regel ja – die Maßnahme amortisiert sich oft innerhalb weniger Jahre über die eingesparten Heizkosten.
Kann Feuchtigkeit ein Problem werden? Nur bei schadhafter Außenschale oder falschem Material. Ein diffusionsoffener, wasserabweisender Dämmstoff und eine intakte Fassade schließen dieses Risiko praktisch aus.
Die Kerndämmung ist die spezialisierte Form der Einblasdämmung für den Wandaufbau eines zweischaligen Mauerwerks. Anders als bei einschaligen Wänden lässt sich hier ein vorhandener Luftspalt nutzen, ohne die Konstruktion zu öffnen. Der Dämmstoff wird über einige Bohrungen von wenigen Zentimetern Durchmesser eingeblasen und füllt den Hohlraum lückenlos aus. Nach dem Einblasen werden die Löcher verschlossen und farblich angepasst – nach kurzer Zeit ist die Maßnahme kaum noch zu erkennen.
Voraussetzung ist ein durchgehender, ausreichend breiter Hohlraum. Eine Hohlraumtiefe ab etwa 4 Zentimetern gilt als sinnvoll; darunter kommen nur Hochleistungsdämmstoffe infrage. Die Außenschale muss regensicher und frei von größeren Rissen sein, und der Zwischenraum darf nicht durch Mörtelbrücken oder Bauschutt blockiert sein. Wie Sie ein solches Mauerwerk erkennen und beurteilen, erläutert unser Beitrag zum zweischaligen Mauerwerk ausführlicher. Ob all diese Punkte erfüllt sind, klärt eine Voruntersuchung – ohne sie bleibt jede Kostenschätzung Spekulation.
Der Ablauf ist an einem Tag zu bewältigen, folgt aber einer festen Reihenfolge, die über den Erfolg entscheidet.
Für ein Einfamilienhaus dauert das reine Einblasen meist einen halben bis ganzen Arbeitstag. Größere Fassadenflächen oder aufwändige Zugänglichkeiten verlängern das entsprechend. Weil ohne Fassadenöffnung gearbeitet wird, entfallen Putzarbeiten und lange Trocknungszeiten.
Gerade im Altbau spielt die Kerndämmung ihre Stärken aus. Häuser mit Klinker- oder Verblendfassade lassen sich nicht ohne Weiteres mit einem Verbundsystem überdämmen, ohne den Charakter der Fassade zu verlieren. Die Kerndämmung greift stattdessen ins Innere der Wand und lässt die Ansicht unberührt – ein wichtiger Punkt bei erhaltenswerten oder denkmalnahen Objekten.
Zu beachten ist, dass ältere Hohlschichten häufig Mörtelreste, herabgefallene Steine oder sogar Bauschutt enthalten. Solche Hindernisse mindern die Dämmwirkung und müssen bei der Voruntersuchung erkannt werden. Auch die Frage nach bereits vorhandener, eventuell schadhafter alter Dämmung stellt sich im Bestand. Wie eine solche alte Einblasdämmung entfernt und ersetzt wird, ist ein eigenes Thema, das vor der Neubefüllung geklärt gehört. Spezialisierte Angebote zur Einblasdämmung im Altbau berücksichtigen diese Besonderheiten von Beginn an.
Welcher Dämmstoff der richtige ist, hängt von Hohlraumtiefe, gewünschter Dämmleistung und dem Feuchteverhalten der Wand ab. Ausschlaggebend ist die Wärmeleitfähigkeit, ausgedrückt im Lambda-Wert: je niedriger, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke. Für die Kerndämmung müssen alle Stoffe wasserabweisend (hydrophob) und gleichzeitig diffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit nicht im Hohlraum gefangen bleibt.
| Dämmstoff | Lambda (W/mK) | Eigenschaften | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Mineralwollgranulat (Steinwolle) | 0,034–0,040 | nicht brennbar, hydrophob, diffusionsoffen | Standardfall, auch bei Brandschutzanspruch |
| Glaswollflocken | 0,035–0,040 | leicht, gut rieselfähig, nicht brennbar | engere Hohlräume |
| EPS-Granulat (Styropor) | 0,033–0,035 | sehr feuchteunempfindlich, leicht | trockene, saubere Hohlräume |
| Perlite (Blähglas/Vulkangestein) | 0,045–0,050 | mineralisch, nicht brennbar, feuchtepuffernd | ökologisch orientierte Sanierung |
| Aerogel | 0,018–0,022 | höchste Dämmleistung, hoher Preis | sehr schmale Hohlräume unter 4 cm |
Im praktischen Regelfall überzeugt Mineralwolle durch die Kombination aus guter Dämmleistung, Nichtbrennbarkeit und Feuchtesicherheit. Wo der Hohlraum sehr schmal ist, bietet ein Hochleistungsdämmstoff wie Aerogel eine Lösung, allerdings zu deutlich höheren Kosten. Zellulose eignet sich für die Kerndämmung nicht, weil sie stärker Feuchtigkeit aufnimmt – im Dach- oder Wandbereich ohne stehendes Wasser spielt sie ihre Vorteile besser aus.
Die Kerndämmung gehört zu den wirtschaftlichsten Dämmmaßnahmen überhaupt. Für das reine Einblasen liegen die Kosten je nach Material und Hohlraumtiefe bei etwa 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche. Für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 100 bis 150 Quadratmetern zu dämmender Wandfläche ergeben sich Gesamtkosten von grob 2.000 bis 4.500 Euro – ohne Förderung gerechnet.
Zum Vergleich: Ein Wärmedämm-Verbundsystem für dieselbe Fläche kostet ein Vielfaches, weil Gerüst, Dämmplatten, Putz und Anstrich hinzukommen. Bei einer jährlichen Heizkostenersparnis, die je nach Ausgangszustand mehrere Hundert Euro betragen kann, amortisiert sich die Kerndämmung häufig innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Eine belastbare Einordnung für Ihr konkretes Gebäude liefert unser Überblick zu den Kosten der Einblasdämmung samt Rechner. Die endgültige Summe hängt immer von der tatsächlichen Fläche, der Zugänglichkeit und dem gewählten Dämmstoff ab.
Die Dämmung der Außenwand zählt zu den geförderten Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM), die über das BAFA läuft. Für 2026 gilt ein Basiszuschuss von 15 Prozent auf die förderfähigen Kosten. Wird die Maßnahme in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen, steigt der Satz um weitere 5 Prozentpunkte auf 20 Prozent.
Voraussetzung ist, dass der verwendete Dämmstoff die WLG 035 hat oder dass die gedämmte Außenwand nach der Maßnahme einen U-Wert von 0,20 W/(m²·K) oder besser erreicht – bei ausreichender Hohlraumtiefe und geeignetem Material im zweischaligen Mauerwerk gut erreichbar. Ein Energie-Effizienz-Experte muss die Maßnahme fachlich begleiten und bestätigen; dessen Kosten sind anteilig ebenfalls förderfähig. Wichtig: Der Förderantrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden. Details zur Förderung der Einblasdämmung 2026 und zu den aktuellen Antragswegen halten wir gesondert bereit, weil sich Förderbedingungen häufiger ändern als Bautechnik.
Die Stärken liegen auf der Hand: geringe Kosten, kurze Ausführungszeit, keine Veränderung der Fassade, kein Wohnraumverlust im Innern und ein guter Fördersatz. Der Wärmedurchgang der Außenwand sinkt spürbar, was sich in niedrigeren Heizkosten und einem gleichmäßigeren Raumklima niederschlägt. Weil die kalte Innenoberfläche der Wand angehoben wird, verringert sich zugleich das Risiko von Tauwasser und Schimmel an der Wandinnenseite.
Grenzen gibt es dennoch. Die erreichbare Dämmdicke ist durch den vorhandenen Hohlraum fest vorgegeben – anders als beim Verbundsystem lässt sie sich nicht beliebig aufdicken. Bei sehr schmalen oder unterbrochenen Hohlräumen bleibt der Effekt begrenzt. Und die Ausführungsqualität entscheidet: Ein ungleichmäßig gefüllter Hohlraum erzeugt Wärmebrücken, die Dämmwirkung und Feuchteschutz mindern. Diese Nachteile sind vermeidbar, aber nur mit sauberer Voruntersuchung und Verarbeitung. Eine offene Auseinandersetzung mit möglichen Risiken der Einblasdämmung gehört zu jeder seriösen Beratung.
Das am häufigsten genannte Bedenken betrifft Feuchtigkeit. Die Sorge ist berechtigt, aber beherrschbar. Der ursprüngliche Zweck der Luftschicht im zweischaligen Mauerwerk war der Schutz der Innenschale vor Schlagregen. Füllt man den Hohlraum, übernimmt der Dämmstoff diese Aufgabe mit – vorausgesetzt, er ist wasserabweisend und die Außenschale ist intakt.
Entscheidend sind daher zwei Punkte: eine regensichere, rissfreie Vormauerschale, ein hydrophober und diffusionsoffener Dämmstoff. Ist die Außenschale schadhaft, muss sie vor der Dämmung instandgesetzt werden – Einblasen in eine durchfeuchtete Wand verschärft das Problem, statt es zu lösen. Deshalb prüft die Voruntersuchung immer auch den Feuchtezustand. Wie Dämmung und Feuchte zusammenhängen und wann Schimmel droht, vertiefen unsere Beiträge zu Einblasdämmung und Schimmel sowie zu feuchten Wänden. Bei fachgerechter Ausführung ist eine Kerndämmung feuchtetechnisch unbedenklich.
Der Wärmeverlust über die Außenwände macht in ungedämmten Altbauten einen erheblichen Teil des gesamten Heizwärmebedarfs aus. Eine Kerndämmung senkt den Transmissionswärmeverlust der Wand deutlich, weil der U-Wert der Konstruktion oft von Werten um 1,2 auf unter 0,3 W/(m²·K) fällt. In der Praxis führt das je nach Ausgangszustand zu einer Reduktion der Heizkosten in der Größenordnung von 15 bis 30 Prozent.
Wie stark der Effekt ausfällt, hängt vom Ausgangs-U-Wert, der Hohlraumtiefe und dem gewählten Material ab. Wer die Wirkung seiner geplanten Maßnahme rechnerisch nachvollziehen will, findet in unserem Beitrag zu Einblasdämmung und U-Wert die Zusammenhänge im Detail. Neben der reinen Heizkostenersparnis verbessert sich das Wohnklima: Wärmere Wandoberflächen fühlen sich behaglicher an und mindern Zugerscheinungen.
Ein stehender Luftspalt dämmt kaum, weil die Luft im Hohlraum zirkuliert und Wärme nach außen transportiert. Der ursprüngliche Zweck der Luftschicht lag im Feuchteschutz, nicht in der Wärmedämmung. Ein gefüllter Hohlraum bringt daher fast immer den besseren U-Wert. Die Frage lautet in der Praxis also selten „Kerndämmung oder Luftschicht", sondern eher: Ist der Hohlraum geeignet, um sinnvoll gefüllt zu werden? Bei intakter Fassade und ausreichender Tiefe ist die Antwort in aller Regel eindeutig zugunsten der Kerndämmung.
Für die meisten Gebäude mit intaktem, ausreichend tiefem zweischaligem Mauerwerk ist die Kerndämmung eine der wirtschaftlichsten Sanierungsmaßnahmen: geringe Investition, gute Förderquote, kurze Amortisation und keine Eingriffe in Fassade oder Wohnraum. Sie ersetzt kein Verbundsystem, wo hohe Dämmdicken gefordert sind, liefert aber bei geringem Aufwand einen spürbaren Effekt.
Zurückhaltung ist geboten, wenn der Hohlraum zu schmal, unterbrochen oder die Außenschale schadhaft ist. In diesen Fällen entscheidet die Voruntersuchung, ob sich der Aufwand lohnt oder eine andere Lösung sinnvoller ist. Eine pauschale Empfehlung ohne Blick in die Wand wäre unseriös – genau deshalb steht am Anfang immer die bauteilbezogene Prüfung, nicht das Angebot.
Bauservice Pfeil ist als Fachbetrieb für Einblasdämmung und baulichen Brandschutz in Berlin, Brandenburg und der Region Rostock tätig. Vor jedem Angebot steht die endoskopische Prüfung des Hohlraums: Hohlraumtiefe, Verschmutzungsgrad, Feuchtezustand und mögliche Unterbrechungen werden dokumentiert, bevor Material und Menge festgelegt werden. So lassen sich Fehleinschätzungen und spätere Feuchteprobleme von vornherein ausschließen.
Regional beraten wir Sie zur Einblasdämmung in Berlin, in Brandenburg und in Rostock – von der Materialauswahl über die Förderabwicklung bis zur dokumentierten Ausführung. Wenn Sie wissen möchten, ob sich Ihr Mauerwerk für eine Kerndämmung eignet, klärt das eine Voruntersuchung an Ihrem Gebäude verbindlich.
Das reine Einblasen kostet je nach Material und Hohlraumtiefe etwa 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche. Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten meist zwischen 2.000 und 4.500 Euro vor Abzug der Förderung.
Über die BEG EM des BAFA sind 15 Prozent Zuschuss möglich, mit individuellem Sanierungsfahrplan bis zu 20 Prozent. Der U-Wert der Wand muss nach der Maßnahme 0,20 W/(m²·K) erreichen oder die Dämmung muss die WLG 035 haben, der Antrag ist vor Auftragsvergabe zu stellen.
Im Regelfall ist Mineralwollgranulat die erste Wahl, weil es gut dämmt, nicht brennbar und wasserabweisend ist. Bei sehr schmalen Hohlräumen kommen Hochleistungsdämmstoffe wie Aerogel infrage, EPS-Granulat eignet sich für trockene, saubere Hohlräume.
Bei intakter Außenschale und wasserabweisendem, diffusionsoffenem Dämmstoff nicht. Voraussetzung ist eine regensichere Fassade und eine Voruntersuchung des Feuchtezustands; eine schadhafte Außenschale muss vorher instandgesetzt werden.
Für ein Einfamilienhaus dauert das reine Einblasen meist einen halben bis ganzen Arbeitstag. Da ohne meistens ohne Gerüst und Fassadenöffnung gearbeitet wird, entfallen lange Rüst- und Trocknungszeiten.
Wenn ein zweischaliges Mauerwerk mit durchgehendem Hohlraum ab etwa 4 Zentimetern Tiefe vorliegt, die Außenschale regensicher und rissfrei ist und der Zwischenraum nicht durch Mörtel oder Schutt blockiert wird. Die endoskopische Voruntersuchung klärt das eindeutig.
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